Herbst 2015 | Von Amrum nach Föhr nach Amrum

Wie das meist mit ersten Malen ist, passieren sie meist, weil irgendwann ihr erstes Mal. Und so geschah es auch, als Lieblingsrad und Lieblingsfahrer ihr erstes Mal die Insel in Richtung Föhr verließen. Ihr Gepäck, randvoll mit Aufregung, Kameraequipmen, Stullen und Bananen (schließlich war es ihr beider erstes Mal und sie wussten nicht was sie erwartet). Sie hatten eine Menge vor. Wollten viel erleben. Eindrücke mitnehmen. Aufsaugen. Und hey, sie wurden nicht enttäuscht. Denn der Tag war früh und gut und wundervoll stimmungsgeladen. Mit Sonnenaufgängen, fabelhaften Himmelsspielen und einer gehörigen Portion Rückenwind. Die Überfahrt. Ein Tagesausflug.

Ein früher Morgen

Als wir als einziger Radfahrer kurz nach Acht den Anleger in Wyk erreichten, stand die Sonne eine gute Handbreit über dem Horizont und es war klar, kalt und sonnig. Fix ging es die Promenade entlang in Richtung Nieblum, in Richtung Goting, in Richtung Utersum, in Richtung vieler anderer hübscher verschlafener Orte mit wundervollem Namen. Vorbei an Stränden, Feldern, Kirchen und bewundernswerten Windmühlen. Die Zeit und Kilometer vergingen wie im Flug, so dass wir fast das Fotografieren vergaßen. Naja, eben nur fast.

Kühe, Wiesen, Radwege

Auf Föhr gibt es kilometerweite, geteerte Wege mit hellhörigem Kuhpublikum, welches von satten grünen Wiesen aus regiert und kommuniziert. Das machte Spaß und lud zu dem einem oder anderem spontanem Plausch ein. Das war interessant weil durchaus unterhaltsam. Ich verstand zwar nur einen Bruchteil und naja ich hatte auch ein wenig Angst (vermutlich weil ich schon immer großen Respekt vor großen Tieren hatte) – wir fanden jedenfalls eine interessante Basis (Fußball und Wetter) und beschlossen bei nächster Gelegenheit unsere neugewonne Freundschaft auszubauen.

Strände und Aussichten

Die Wiesen hinter uns gelassen, kämpften wir zurück in Richtung Küste. Der Wind peitschte uns um die Ohren und einmal mehr begrüßten uns idyllische Strände und der immerwiederkehrende Ausblick mit wundervollen Wolkenspielen. Ungewohnt ist es, den Blick von Föhr nach Amrum zu genießen. Föhr ist von der Küste, den Stränden so ganz anders als Amrum. Der Ausblick ist flacher und nicht so tief. Das ist reizend, weil anders und einladend schön.

Deiche und Schafmist

Schon als Kind und wohl auch solange ich denken kann, mussten das Rad (BMX) und ich auf jeden Deich. Rauf und runter. Natürlich früher. Jetzt genieße wir den Ausblick und lieben es im Schutz der Anlage, Meter für Meter, Kilometer für Kilometer hinter uns zu lassen. Rückenwind zu haben. Die Küste an uns vorbeifliegen zu lassen. Die salzige Luft zu schmecken. Was wir dabei jedes Mal meist vergessen: Holprige Bodenverhältnisse (die daraus resultieren Bedrohung des nahenden Plattfußes) und jede Menge Schafkacka.

Wyk | Ein Hafen, eine Promenade, die ruhige Nordsee

92 Kilometer später beendeten wir das lustige Deichspiel und erreichten unseren Ausgangsort Wyk. Wyk ist der wohl größte Ort auf Föhr und sehr touristisch. Irgendwie so ein bisschen wie Wittdün, glücklicherweise aber lange nicht so schlimm wie Westerland (somit eigentlich ganz okay). Man kann dort viel einkaufen, essen und großartig flanieren Stullen essen. Die Strandpromenade ist lange nicht so hässlich, wie sich das bisher von der Fähre aus erahnen ließ (ich saß ja dort im vollen Regenschauer mit meinen zwei Stullen und fand es ziemlich schön). An was man sich wohl gewöhnen muss, ist die zum Planschbecken verkommene, verschwiegene Nordsee und der ständige Pendelverkehr der Fähren, welcher den Ausblick bestimmt und leider auch etwas trübt.

Tschüß Föhr

Was bleibt? Tolle Eindrücke einer Insel, die wir sicherlich nicht das letzte Mal besuchten. Vieles gibt es noch zu erkunden, zu genießen: Das Museum Kunst der Westküste, viele Strandabschnitte, Führungen mit Hintergrundinformationen zu Ortschaften und Sehenswürdigkeiten. Föhr interessiert uns. Und so legten das Rad und ich gedankenversunken in Richtung Wittdün ab und träumten bereits vom unserem nächsten ersten Mal.

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