Nikon D750 – Wege zum Equipmentwechsel

Ich liebe mein altes, weil bewährtes System

Die Nikon d7000 ist eine prima Kamera. In Kombination mit dem Tamron AF 17-50mm 2.8 XR Di II als „Immerdrauf“. Dem Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1.8G für Lichtstärke und gewisse Stimmungen. Und dem Walimex Pro 8 mm 1:3.5  in der Landschaftsphotographie und zum filmen. Klar hätte sie zwei Zacken schneller fokussieren können und das Messfeld hätte auch in lichtschwachen Situationen etwas reibungsloser arbeiten dürfen. Insgesamt war ich aber sehr zufrieden.

Nikon D7000, Tamron AF 17-50mm 2,8 XR Di II LD ASL, Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1,8G, Walimex Pro AE Fish-Eye 8mm 1:3,5
Nikon D7000, Tamron AF 17-50mm 2,8 XR Di II LD ASL, Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1,8G, Walimex Pro AE Fish-Eye 8mm 1:3,5

Ich schreibe bewusst „war“, denn vor 5 Wochen stand eine „kleinerer“ Equipmentwechsel ins Haus. Ein Wechsel der mir monatelang viel Kopfzerbrechen bereitete:

  • Das wieso,
  • das warum
  • und überhaupt weshalb entscheidet man sich für ein(e) neue Kamera(-system)
  • oder eben auch nicht?

Problemstellung: Meine mittlerweile in die Jahre gekommene Nikon D7000 suchte nach gefühlt mehreren 100k (tatsächlich waren es seltsamerweise nur gut 25k) Auslösungen einen würdigen Nachfolger. Und ich eine neue Herausforderung. Ich suchte eine Kamera, die meinen Horizont erweitert und mich in der Handhabe nicht einschränkt.

Zu Beginn standen einige Fragen im Mittelpunkt:

  • Muss es umbedingt wieder ein DSLR sein? – Denn: Wie war das noch mit diesen vielen Systemkameras? Hatten die nicht gerade in jüngerer Vergangenheit oft die Nase vorne? Speziell in puncto Leistungsumfang, Qualität, Gewicht und Handlichkeit?
  • Was werden eigentlich die tatsächlichen Einsatzgebiete und Anwendungsfelder der neuen Kamera?
  • Und gibt es eigentlich noch schlechte Kameras?

Mehrere Wochen setzte ich mich mit dem Thema Systemkameras auseinander. Als persönliche Favoriten kristallisierten sich ziemlich schnell die Fujifilm X-T1 und die Modelle der Sony α7 (A 7) Reihe heraus. Letztere im Besonderen wegen ihres Vollformat-Sensors, der Kompatibilität mit Wechselobjektiven (Thema: Altglas – Im Speziellen: Minolta) und einem exzellentem Rauschverhalten im höheren ISO-Bereich.

Warum ist es also keine Kompaktkamera geworden?

Das hatte mehrere Gründe und ist wie so vieles auch nicht so einfach zu beantworten:

  • Die persönliche Wahrnehmung von Bedienung im Umgang mit einem Kamerasystem
  • Thema Optiken – Gewicht, Gewichtsverhältnis, Auswahl, Qualität, Preis
  • Komme ich mit auf einen digitalen Sucher klar?
  • Um im Weitwinkelbereich an neue Grenzen zu stoßen, komme ich am Wechsel zu Vollformat nicht vorbei.

Während meiner Recherche, einer schier unaufhörlichen Odyssee des Suchens, nicht endend, wurden mir eines klar: Meine neue Kamera soll, so wie jedes bisherige System, eines mitbringen: Ich will sie bedienen und dabei Spaß haben. So richtig. Will wissen wo welche Knöpfe sind, will zum Treffen von Einstellungen Knöpfe vorfinden und will Knöpfe leicht und angenehm erreichen. Punkte, die mir Nikon bisher ziemlich uneingeschränkt und beständig lieferte und das auch weiterhin so handhabt.

Gute Optiken und gutes Glas haben in der Regel eines gemeinsam: Gewicht. Meist auch noch Größe. Wer jemals an den Body einer Systemkamera ein erwachsenes Weitwinkel- oder Teleobjektiv schraubte, stellt mit Ernüchterung fest, dass diese ungewohnte Gewichtsverlagerung bestenfalls ein wenig mehr Übung verlangt (um das einmal äußerst höflich auszudrücken). Ich konnte es jedenfalls nicht. Ferner liegen die Preise von guten Systemkamera-Optiken in einer vergleichbaren Region wie die der DSLR Pendants. Mit der Auswahl und der Qualität verhält sich das ebenso. (also) Kein Vorteil.

Zwei weitere und auch überraschende Tatsachen mit denen ich tatsächlich richtig Probleme bekam, waren der Sucher und das Geräusch der Auslösung. Digitale Sucher und ich sind auch weiterhin keine Freunde geworden. Ich stoße mich an Auflösung, Latenz und meist auch der Positionierung am Gerät. Hach, und mir fehlte tatsächlich das „analoge Klacken“ des Spiegels bei jeder Auslösung. Ein gutes Werkzeug hatte schon immer seinen eigenen Klang. Ich brauch das irgendwie. Und wie das nunmal mit Werkzeug ist, braucht Werkzeug auch ausgewogenes Gewicht, wie ich merklich feststellen durfte.

Es sind die kleinen Unterschiede

Anwendungsbereiche. Gewohnheiten. Bedienung. Nuancen machten am Ende das entscheidende Quentchen aus. Und da hatte Nikon die Nase vorne. Gerne hätte ich mich an der α7 (A 7) Serie von Sony probiert. Auch wäre ich zu einem Systemwechsel zu Canon bereit gewesen. Doch nach vielen und vor allem einschlägigen Erfahrungsberichten wie diesem drüben bei kwerfeldein wurde klar: Diese Nikon D750 ist interessant(er). Und ich will sie! Auch sehr zu empfehlen ist dieser Erfahrungsbericht drüben bei gwegner.

Nikon D750 – Vollformat und Equipment

Zu guter letzt brauchte es aber nichtsdestoweniger noch einige Wochen um mir über Dinge klar zu werden:

  • Vollformat heißt: Höhere Kosten. Heißt: Fotografieren sollte womöglich doch mehr als ein Hobby werden.
  • Die fehlende Kompaktheit. Der bisher noch nicht besonders erwähnte Reiz des Handlichen (dieses „Einfach-nur-mal-herumlaufen-um-Fotos-zu-knippsen“).
  • Die mangelnde Flexibilität/Experimentierfreude was Wechselobjektive betrifft (Dritthersteller, Altglas).
Nikon D750, Nikon AF-S Zoom-Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED,, Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G
Nikon D750, Nikon AF-S Zoom-Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED, Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G

Nachdem sich dann aber die Entscheidung pro Nikon D750 festigte, stellte sich eigentlich nur noch die Frage der Optiken. Da sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein Engagement für die Szene Hamburg als freier Bildjournalist (hierzu an anderer Stelle bald mehr) andeutete, war klar, dass eine Festbrennweite und ein Weitwinkel die nötigsten Anwendungsgebiete sicherlich abdecken. Mit dem Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1.8G macht man bekanntlich nicht viel falsch. So stand also eigentlich nur noch die Frage des Weitwinkels im Raum: Und um es kurz zu machen, ich kam aus Gründen der Landschaftsliebe nunmal nicht am Nikon AF-S Zoom-Nikkor 14-24mm 1:2.8G ED vorbei. Beide Entscheidungen werde ich sicher an anderer Stelle noch einmal ausführlicher behandeln.

Der Kauf

Wo kaufen? – Aus ausgesprochener Freund und Gerne-Supporter des Local-Dealer-Einzelhändlertums ging ich also eines Nachmittags zu Das Fotohaus Wiesenhavern hier bei mir in Hamburg. Ich war dort schon früher. Hauptsächlich wegen analoger Filmentwickelei und durchweg immer sehr zufrieden. Nach ausführlicher Fachsimpelei, ein paar netten Späßen und einer guten Zeit, nahm ich gerne die D750 und das AF-S Zoom-Nikkor 14-24mm 1:2.8G ED mit. Das Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1.8G besorgte ich mir noch am selben Tag beim Partnerladen Foto Gregor. Das Weitwinkel Objektiv war übrigens eigentlich nicht vorrätig, was Wiesenhavern aber nicht davon abhielt mit das Ausstellungsstück als Leihobjektiv anzubieten, bis nach vier Tagen der Austausch mit dem Neuen stattfand. Top!

Fazit

5 Wochen ist das nun also schon her. Und ich bin froh diese Entscheidung getroffen zu haben. Klar ist es müßig zu schreiben, diese eine Kamera ist besser oder schlechter weil dies das. Denn es sind tatsächlich die kleinen Unterschiede, welche es für mich ausgemacht haben. Und ich bin sehr begeistert: Nach den ersten 2000 Auslösungen erfreue ich mich jeden Tag am Vollformat, dem Bouquet des 50mm und dem der Qualität des Weitwinkel Giganten. Die Qualität des Messfeldes, die Schärfe der Aufnahmen, die Fokussierung, all das lässt die D750 im Gegensatz zur D7000 brillieren. Es fühlt sich weniger nach Klassenunterschied, sondern mehr als zwei verschiedene Sportarten an. Ich bin sehr zufrieden.

Es ist zu befürchten, aber nein, der Nikon D750 wird noch der ein oder anderen Artikel hier gewährt. Aus Gründen, Gerne und bestimmt bald auch aus Liebe.

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